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Vidar-Stealer-Reverse-Engineering — Tiefgehende Reverse-Engineering-Analyse von Vidar Stealer 2.0, die die Manipulation des Aufgabenplaners (1999-Zeitstempel), Explorer.exe-Prozesshöhlung und Microsoft Copilot-Injektion abdeckt. | Kitploit
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GitHubkaandemir993/vidar-stealer-reverse-engineering

Vidar-Stealer-Reverse-Engineering

Tiefgehende Reverse-Engineering-Analyse von Vidar Stealer 2.0, die die Manipulation des Aufgabenplaners (1999-Zeitstempel), Explorer.exe-Prozesshöhlung und Microsoft Copilot-Injektion abdeckt.

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2vor 1 MonatNoch nicht geprüft

Vidar Stealer 2.0 Reverse-Engineering-Analyse

Übersicht

Diese Analyse umfasst eine eingehende Reverse-Engineering-Untersuchung von Vidar Stealer 2.0, einem ausgeklügelten Informationsdieb, der fortschrittliche Verschleierungstechniken einsetzt, um unentdeckt zu bleiben. Zu den wichtigsten Erkenntnissen gehören:

  • Taskplaner-Manipulation: Ändert Systemaufgaben-Zeitstempel auf 1999, um forensische Analysen zu umgehen.
  • Explorer.exe-Prozesshöhlen: Injiziert Shellcode in den legitimen Windows-Explorer-Prozess.
  • Microsoft Copilot-Injektion: Ziel ist der neue Microsoft Copilot-Prozess für eine verdeckte Ausführung.
  • Persistenz: Bleibt durch geplante Aufgaben und Systemprozess-Entführung bestehen.

1. Taskplaner-Manipulation (1999er Zeitstempel)

Eine der ungewöhnlichsten und ausgeklügeltsten Verhaltensweisen, die bei Vidar Stealer 2.0 beobachtet wurden, ist die Interaktion mit dem Windows-Taskplaner. Die Malware erstellt nicht einfach eine neue Aufgabe zur Persistenz – sie manipuliert aktiv die Zeitstempel vorhandener Systemaufgaben und setzt sie auf das Jahr 1990.

Warum ist das bedeutsam?

  • Anti-Forensik-Technik: Das Ändern von Zeitstempeln auf ein altes Datum (wie 1990) stört forensische Analysen und Protokollprüfungen und erschwert die Bestimmung des ersten Auftretens der Malware.
  • Verschleierung: Durch die Änderung der Zeitstempel legitimer Systemaufgaben fügt sich Vidar ein und macht ihre eigene geplante Aufgabe weniger verdächtig.
  • Persistenz: Nachdem die eigene Aufgabe erstellt wurde, kann Vidar den Zeitstempel wieder auf das aktuelle Datum zurücksetzen, um weiteren Verdacht zu vermeiden, während der Zugriff auf das System erhalten bleibt.

Wichtige Beobachtungen:

  • Systemaufgaben wie OneDrive hatten ihre Zeitstempel auf 6.04.2026 geändert, einige wurden jedoch zurückgesetzt.
  • Eine von Vidar erstellte benutzerdefinierte Aufgabe wurde auf 30.11.1999 00:00:00 gesetzt (ein klassischer Anti-Forensik-Zeitstempel).
  • Selbst nach der Entfernung blieben einige Zeitstempeländerungen bestehen, was auf eine tiefgreifende Systemmanipulation hindeutet.

OneDrive-Aufgaben-Zeitstempel

2. Explorer.exe – Prozesshöhlen & Shellcode-Injektion

Eine der kritischsten Verschleierungstechniken von Vidar Stealer 2.0 ist das Prozesshöhlen von Explorer.exe. Diese Technik ermöglicht es der Malware, ihren bösartigen Code innerhalb eines legitimen Windows-Prozesses auszuführen, was die Erkennung erheblich erschwert.

Funktionsweise:

  • Zielprozess: Vidar zielt auf Explorer.exe, einen vertrauenswürdigen Systemprozess.
  • Höhlen: Die Malware erstellt eine angehaltene Instanz von Explorer und ersetzt dessen Speicher mit bösartigem Shellcode.
  • Ausführung: Der Shellcode wird dann im Kontext von Explorer ausgeführt und umgeht so viele Sicherheitskontrollen.

WinDbg-Analyse:

Mit WinDbg können wir den injizierten Shellcode innerhalb des Explorer-Prozesses beobachten. Die Speicherbereiche zeigen typische PAGE_EXECUTE_READWRITE-Berechtigungen, die für legitimen Explorer-Speicher ungewöhnlich sind.

Wichtige Beobachtungen:

  • Speicherbereiche: Verdächtige PAGE_EXECUTE_READWRITE-Abschnitte wurden im Adressraum von Explorer gefunden.
  • Shellcode-Muster: Der injizierte Code enthält typische Payload-Strukturen, einschließlich API-Hashing und Anti-Debug-Routinen.
  • Persistenz: Der Shellcode stellt sicher, dass Vidar auch nach Systemneustarts aktiv bleibt.

Was das Bild zeigt:

Das folgende Bild ist ein direkter WinDbg-Dump des Shellcodes, der in der PAGE_EXECUTE_READWRITE-Region von Explorer.exe gefunden wurde. Die Disassemblierung zeigt typische Shellcode-Eigenschaften: Prolog-Anweisungen (push, mov), API-Aufrufmuster (call, jmp) und verschleierte Datenblöcke.

Explorer Shellcode

3. Microsoft Copilot – Ein neues Ziel für Prozessinjektion

Eine der bemerkenswertesten Erkenntnisse dieser Analyse ist die Injektion von Vidars Shellcode in den Microsoft Copilot-Prozess. Dies ist ein relativ neues und höchst interessantes Ziel, da Copilot ein KI-gestützter Assistent ist, der in moderne Windows-Systeme integriert ist.

Funktionsweise:

  • Zielprozess: Vidar zielt auf Copilot.exe, einen neuen und vertrauenswürdigen Windows-Prozess.
  • Injektionsmethode: Die Malware verwendet ähnliche Prozessinjektionstechniken (vermutlich APC-Injektion oder Thread-Entführung), um ihren Shellcode innerhalb von Copilot auszuführen.
  • Verschleierung: Da Copilot ein legitimer Prozess ist, kann der Shellcode von vielen herkömmlichen Sicherheitslösungen unbemerkt bleiben.

WinDbg-Analyse – Verschleierte Payload

Die erste Analyse des injizierten Codes ergab eine verschleierte Payload, bei der Anweisungen wie jg, add und xchg aus dem Zusammenhang gerissen erscheinen. Dies ist ein klares Anzeichen für Code-Verschleierung, die dazu dient, statische Analysen zu umgehen.

Copilot-Injektion – Verschleierte Payload

WinDbg-Analyse – API-Aufrufe & Verschleierung

Das folgende Bild zeigt eine Mischung aus klaren API-Aufrufen und verschleiertem Code. Die aufgelösten Funktionen umfassen:

  • LoadLibraryExW – Wird zum Laden zusätzlicher DLLs verwendet.
  • LoadLibraryW – Standard-DLL-Laden.
  • LocalFree – Speicherverwaltung.
  • MultiByteToWideChar – Zeichenfolgenkonvertierung (häufig in Malware zur Datenerfassung verwendet).

Die nicht aufgelösten Abschnitte (???, jg add usw.) zeigen Bereiche, in denen WinDbg den verschleierten Code nicht vollständig decodieren konnte, was die Komplexität von Vidars Verschleierungstechniken unterstreicht.

Copilot-API-Aufrufe und verschleierter Code

Fazit

Vidar Stealer 2.0 ist ein Paradebeispiel dafür, wie sich moderne Informationsdiebe zu hochsophistizierten und widerstandsfähigen Bedrohungen entwickelt haben. Diese Analyse deckte mehrere fortschrittliche Techniken auf, die ihn von typischer Malware abheben:

  • Taskplaner-Manipulation (1990er Zeitstempel): Eine clevere Anti-Forensik-Technik, die die Protokollanalyse stört und Persistenzmechanismen verbirgt.
  • Explorer.exe-Prozesshöhlen: Zeigt Vidars Fähigkeit, bösartigen Code innerhalb eines vertrauenswürdigen Systemprozesses auszuführen und so viele Sicherheitskontrollen zu umgehen.
  • Microsoft Copilot-Injektion: Ziel ist eine neuartige und aufkommende Angriffsfläche, was zeigt, wie Bedrohungsakteure sich an neue Windows-Funktionen anpassen.
  • Verschleierte API-Aufrufe: Der Einsatz von Verschleierung und dynamischer API-Auflösung erschwert die statische Analyse und unterstreicht die Umgehungsfähigkeiten der Malware.

Wichtige Erkenntnisse

  • Persistenz: Vidar bleibt durch geplante Aufgaben und Systemprozessinjektion bestehen.
  • Verschleierung: Anti-Forensik-Zeitstempel, Verschleierung und Injektion in vertrauenswürdige Prozesse erschweren die Erkennung.
  • Datendiebstahl: Die Verwendung von LoadLibrary und MultiByteToWideChar bestätigt die Fähigkeit, zusätzliche Module zu laden und Daten zu exfiltrieren.

Beispiel-Download

Die analysierte Probe ist auf MalwareBazaar verfügbar für diejenigen, die ihre eigene Analyse durchführen möchten:

🔗 Vidar Stealer 2.0 Sample auf MalwareBazaar

Abschließende Gedanken

Vidar Stealer 2.0 repräsentiert eine neue Generation von Informationsdieben, die sich nicht nur auf Datendiebstahl konzentrieren, sondern auch darauf, unentdeckt zu bleiben. Die Fähigkeit, Systemaufgaben zu manipulieren, in vertrauenswürdige Prozesse zu injizieren und neue Windows-Funktionen wie Copilot ins Visier zu nehmen, zeigt ein tiefes Verständnis moderner Sicherheitskontrollen.

Das Verständnis dieser Techniken ist für Verteidiger entscheidend, um bessere Erkennungsregeln und Sicherheitsmaßnahmen gegen sich entwickelnde Bedrohungen zu entwickeln.

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