
Black-Box-Sicherheitsbewertung von fünf Kabelmodem-/Router-Gateways von Internetdienstanbietern, Analyse von Firmware-Images und Dokumentation von über 35 Schwachstellen, einschließlich remote ausnutzbarer Codeausführung und WLAN-Schwachstellen.
Die SEARCH-LAB Ltd. hat fünf Heim-Gateway-Modelle evaluiert, die alle von vielen Internetdienstanbietern weltweit eingesetzt werden; die tatsächlichen Geräte wurden jedoch von einem der ungarischen Kabel-TV-Betreiber, UPC Magyarország (https://www.upc.hu/), betrieben. Die Analyse wurde an kommerziell erhältlichen Geräten und öffentlich zugänglichen Firmware-Images durchgeführt, die über den automatischen Firmware-Update-Mechanismus des ISP-Netzwerks bezogen wurden.
Wir begannen unsere Analyse im Juni 2015 mit dem Ubee EVW3226-Modem. Nachdem wir mehrere schwerwiegende Probleme gefunden hatten, kontaktierten wir UPC Hungary und deren Muttergesellschaft Liberty Global, Inc. (http://www.libertyglobal.com/). Nach der Meldung unserer ersten Erkenntnisse testeten wir weitere weit verbreitete WLAN-Router von Technicolor und Cisco, bei denen wir weitere wichtige Sicherheitslücken fanden, die wir ebenfalls an Liberty meldeten. Die Evaluierung wurde anschließend um ein weiteres Gerät von Hitron erweitert, das fast das gleiche Niveau an Sicherheitsproblemen aufwies.
Nachdem wir diesen Schweregrad der Verwundbarkeit den Vertretern von UPC Magyarország und Liberty Global präsentiert hatten, erhielten wir zwei Muster der Compal CH7465LG-LC-Modems (Mercury), die bei UPC zu den am häufigsten verwendeten Kabelmodems in Ungarn gehören. Liberty Global beauftragte SEARCH-LAB, die Sicherheitsbewertung dieser Geräte als Pilotprojekt ohne finanzielle Vergütung durchzuführen. Als Ergebnis kann SEARCH-LAB nun die Erkenntnisse und den Evaluierungsbericht dieser Forschung veröffentlichen.
Im November 2015 führte die SEARCH-LAB Ltd. eine zweiwöchige Sicherheitsbewertung der Compal CH7465LG-LC als Black-Box-Test durch. Um den Unterschied zwischen einer schnellen Schwachstellenanalyse und einer systematischen Evaluierung zu veranschaulichen, wurde das Pilotprojekt in zwei Phasen durchgeführt: zunächst in einer schnellen dreistündigen ersten Hacking-Sitzung und dann in einer vollständigen systematischen zweiwöchigen Sicherheitsbewertung einschließlich ihrer Dokumentation. Innerhalb von drei Stunden konnte SEARCH-LAB Liberty Global eine aus der Ferne ausnutzbare Codeausführungs-Schwachstelle auf dem Gerät präsentieren. Die Gesamtbewertung ergab rund 35 Sicherheitsfehler. Da seit der Meldung mehr als ein halbes Jahr vergangen ist, hat SEARCH-LAB beschlossen, die Erkenntnisse der oben genannten Sicherheitsbewertungen zu veröffentlichen.
Während unserer Analyse haben wir die folgenden Modelle bewertet:
Siehe die Ergebnisse im Search-lab advisory.