
Diese Schwachstelle ermöglicht es einem entfernten Angreifer ohne jegliche Authentifizierung, direkt auf Support-Tickets, interne Fälle und alle ihre vertraulichen Anhänge zuzugreifen. Durch das automatisierte Durchlaufen und Herunterladen der Aranda-Datensätze bleibt die sensible Information einer massiven Exfiltration ausgesetzt.
CVE-ID: CVE-2025-67223
Betroffenes Produkt: Aranda Service Desk (Aranda File Server - AFS-Modul)
Betroffene Versionen: < 8.3.12
Autor: Brandon Perez Lara
Eine kritische Schwachstelle wurde im Dateiverwaltungsmodul (Aranda File Server) von Aranda Service Desk identifiziert. Das System speichert tägliche Aktivitätsprotokolle mit vorhersehbaren Namen (z. B. YYYYMMDD.log) in einem öffentlichen Verzeichnis (/AFS/logs/) ohne jegliche Zugriffsbeschränkungen.
Das Risikoniveau dieser Schwachstelle ist kritisch: Dieser Fehler ermöglicht es einem nicht authentifizierten Remote-Angreifer, Arandas Protokolle auf automatisierte Weise zu durchlaufen und systematisch herunterzuladen. Das Kernproblem besteht darin, dass diese Protokolldateien die virtuellen Pfade aller hochgeladenen Dateien im System offenlegen. Dadurch erhält der Angreifer die Möglichkeit, Support-Tickets, vertrauliche interne Aranda-Fälle und alle zugehörigen sensiblen Dateianhänge unterschiedslos einzusehen und zu exfiltrieren.
Die Angriffskette besteht darin, die offengelegten Protokolle zu identifizieren, die internen Dateipfade zu extrahieren und direkt auf die sensiblen Dateien zuzugreifen.
1 - Protokollzugriff: Eine einfache HTTP-Anfrage an das Verzeichnis /AFS/logs/ unter Bezugnahme auf das aktuelle oder ein vergangenes Datum (z. B. 20251201.log) wird gesendet.

2 - Pfadextraktion (Offenlegung von Informationen): Wenn das Protokoll heruntergeladen wird, werden relative Pfade offengelegt, wie z. B.: SERVICE DESK FILE UPLOADED ServiceCalls\365763\description...html. Darüber hinaus offenbaren Fehlermeldungen im Protokoll absolute Serverpfade (z. B. D:\inetpub\wwwroot\...).

3 - Direkter Zugriff (Umgehung der Zugriffskontrolle): Da das System die Benutzersitzung für diese statischen Ressourcen nicht validiert, muss der Angreifer lediglich den extrahierten Pfad mit der Basis-URL verketten (z. B. /AFS/ServiceDesk/ServiceCalls/...), um auf die Datei zuzugreifen.


Exfiltration: Mit dieser Methode ist es möglich, HTML-Beschreibungen der Tickets sowie sensible Anhänge wie PDFs, ZIP-Dateien, Bilder oder SQL-Skripte herunterzuladen.
Skript CVE-2025-67223.py:


Auswirkungen
Diese Schwachstelle ermöglicht es einem Dritten, stillschweigend Folgendes zu exfiltrieren:
Behebung
Aranda Software hat einen Patch zur Behebung dieses Problems veröffentlicht. Die wichtigsten umgesetzten Empfehlungen sind:
Aktualisieren Sie Aranda Service Desk auf Version 8.3.12 oder höher.
Beschränken Sie den Zugriff auf die Protokolle, indem Sie sie außerhalb des Web-Roots (wwwroot) verschieben.
Erzwingen Sie eine obligatorische Sitzungsvalidierung für den Zugriff auf die Verzeichnisse /ServiceDesk/ServiceCalls/ und /Incidents/.
Deaktivieren Sie die Verzeichnisauflistung auf dem IIS-Webserver.
Cybersicherheit ist eine gemeinsame Anstrengung. Ich möchte den beteiligten Entwicklungs- und Sicherheitsteams für ihre Reaktion auf diesen Bericht danken. Halten Sie Ihre Systeme auf dem neuesten Stand. 💻🔒
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